Archive for the "Bildung, Kunst, Kultur" Category

Hauptschule an der Werthstraße in Duisburg-Laar besetzt

Folgende Pressemitteilung erreichte uns soeben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Heute (Samstag, 3.12) hat eine Gruppe junger Menschen, die sich der Kampagne “DU it yourself!” zurechnet, einen Teil der ehemaligen Hauptschule an der Werthstraße in Duisburg-Laar besetzt. Mit der Besetzung startet die Aktionswoche “Leerstand beleben”, welche der Forderung nach einem unkommerziellen sozio-kulturellen Zentrum für Duisburg Nachdruck verleihen möchte. Das Schulgebäude soll für eine Vielzahl kultureller, sozialer und politischer Veranstaltungen genutzt werden.

Für weitere Informationen empfehlen wir die Webseite der Aktionswoche “Leerstand beleben”: http://awlbdu.wordpress.com

Mit freundlichen Grüßen
Presseteam der Aktionswoche “Leerstand beleben”, Duisburg

KOMMUNIQUE!

Besetzt!

Heute Morgen, Samstag 3.12., haben wir einen Teil der ehemaligen Hauptschule Schule in Duisburg-Laar an der Werthstraße besetzt. Mit der Besetzung möchten wir der Forderung nach einem unkommerziellen sozio-kulturellen Zentrum für Duisburg Nachdruck verleihen. Wir sehen unsere Aktion somit im Rahmen der Kampagne “DU it yourself”, welche sich schon länger für solch ein Zentrum einsetzt.
Ein Licht geht an!

Wir möchten zunächst eine Woche lang das Gebäude für eine Vielzahl von kulturellen, sozialen und politischen Aktivitäten nutzen und auf diese Weise zeigen: Duisburg fehlt es nicht an Ideen und Menschen, die sich engagieren wollen, sondern, trotz hohen Leerstandes, an Räumen, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.
Wir laden ausdrücklich alle Duisburgerinnen und Duisburger, Sympathisantinnen und Sympathisanten, Künstlerinnen und Künstler, Junge und Alte, jene mit und jene ohne Lohnarbeit ein, sich an der Besetzung aktiv zu beteiligen:
Wir haben nur die Türen geöffnet und das Licht angemacht; wollen wir gemeinsam mit Euch entwickeln.

An die Stadt Duisburg:  Ermöglichen und raushalten!

Wir fordern von der Stadt Duisburg nicht viel, denn wir haben keine Illusionen, was eine Unterstützung von Seiten der Stadt angeht; wir fordern:
Haltet Euch raus und lasst uns und allen Duisburgerinnen und Duisburgern eine schöne Woche, in der wir unser Leben in dieser Stadt gestalten, wie wir es uns vorstellen und eine offene Diskussion über eine Stadtentwicklung, die alle Teile der Bevölkerung mit einbezieht, anstoßen können.
Einkaufszentren finden sich schon genug in dieser Stadt, in welcher ein Großteil der Bevölkerung nicht das Geld hat, dort shoppen zu gehen. Spätestens seit der Abwicklung des Hundertmeisters und der Alten Feuerwache gibt es in Duisburg nun auch “offiziell” kein sozio-kulturelles Zentrum mehr (inwiefern die genannten Einrichtungen diesem Anspruch je gerecht geworden sind, sei dahingestellt).
Aber auch andere von Schließung bedrohte Einrichtungen für Kulturinteressierte haben in Duisburg außer warmen Worten seitens der Stadt nichts zu erwarten. Das Djäzz in der Innenstadt und das Lokal Harmonie in Ruhrort sind nur zwei Beispiele. Stattdessen versenkt das städtische Immobilienunternehmen GEBAG mit dem Planungsdesaster Küppersmühle buchstäblich einen zweistelligen Millionenbetrag im Innenhafen.
Wir meinen, dass es gerade in einer Stadt wie Duisburg, in der Viele ganz besonders von den Verwerfungen und den sozialen Spaltungen dieser Gesellschaft betroffen sind, wichtig ist, Orte zu schaffen, an denen diesen Tendenzen etwas entgegengesetzt werden kann.
Statt einer Privatisierung des öffentlichen Raumes fordern wir mehr öffentlichen Raum zur Selbstgestaltung abseits der kommerziellen Verwertungslogik.

Aktiv werden!

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Duisburger Kahlschlag-Sparpolitik, der mehr und mehr soziale und kulturelle Einrichtungen zum Opfer fallen, stellen wir fest, dass die Stadtverwaltung immer weniger in der Lage ist, selbst die grundlegendensten Bedürfnisse der BewohnerInnen zu befriedigen. Wir werden der falschen Verwendung der Gelder und diesem (vom Land NRW
auf’s Auge gedrückten) destruktiven Spardiktat nicht tatenlos zusehen und stattdessen die Sache in die eigenen Hände nehmen!

Alle die sich mit den genannten Punkten identifizieren können fordern wir nachdrücklich auf sich aktiv an der Besetzung zu beteiligen:

* Kommt vorbei und helft mit!
* Gestaltet das Programm mit!
* Bringt Essen und Materialien vorbei
* Informiert eure FreundInnen, NachbarInnen usw.
* Verbreitet dieses Kommunique über Verteiler, Blogs, soziale Netzwerke usw.

Bambi für Bushido – PIRATEN vermissen grundlegende Werte beim Burda-Verlag

Die Piratenpartei schließt sich der Kritik an der Verleihung des Bambis in der Kategorie »Integration« an den Rapper Bushido an. Dessen Abwertung von Schwulen, Lesben, Transsexuellen, Frauen und Juden kann nach Meinung der PIRATEN keinen positiven Beitrag zum Zusammenleben in Deutschland bieten – sie stellt ganz im Gegenteil eine Gefahr dar.

»Wir bieten dem Burda-Verlag gerne einen Integrationskurs zur Vermittlung grundlegender Werte an«, so Bernd Schlömer, Stellvertretender Vorsitzender der Piratenpartei. »Offensichtlich gibt es da Defizite im Verständnis. In einem Land, in dem Diskriminierung wegen der sexuellen Identität immer noch nicht durch das Grundgesetz geschützt wird und das Gesetz selbst noch an vielen Stellen Schwule, Lesben, Trans- und Intersexuelle diskriminiert, kann das aber wohl leider passieren.«

Im November 2010 gab sich die Piratenpartei das liberalste und progressivste geschlechter- und familienpolitische Programm Deutschlands. Um die diskriminierende Rechtslage zu beenden, fordert sie darin nicht nur die vollständige Gleichstellung von Ehe und eingetragener Partnerschaft, sondern auch die Abschaffung des Ehegattensplittings und die Einführung des Adoptivrechts für gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften. Die eingetragene Partnerschaft will sie darüber hinaus für alle Formen des familiären Zusammenlebens– auch solchem von mehr als zwei Personen – öffnen. Ihre Ausgestaltung soll ähnlich dem französischen zivilen Solidaritätspakt flexibilisiert werden.

Um die freie Selbstbestimmung der eigenen sexuellen Identität zu gewährleisten, schlagen die PIRATEN eine Reihe konkreter Maßnahmen vor. So soll beispielsweise das Merkmal »Geschlecht« durch den Staat nicht mehr erhoben werden dürfen.

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Verantwortlich für den Inhalt dieser Pressemitteilung:
Bundespressestelle der Piratenpartei Deutschland

Deutschland spart die Bildung zu Tode

Nicht nur die Studiengebühren lassen das ehemalige Land der Dichter und Denker und zur Bildungswüste verkommen. Die Investitionen in Bildung liegt in Deutschland signifikant unter dem Durchschnitt von 6.2 % des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Nur 4.7 % des BIP gehen in Deutschland in die Bildung, während in USA, Südekorea, und Dänemark über 7 % investiert werden.

Solange jeder nur denkt nach mir die sprichwörtliche Sintflut wird sich da leider nichts ändern. Noch kann Deutschland International mithalten aber die Frage ist wie lange noch. Ins Bildungssystem muss mehr investiert werden.

Investitionen in Bildung helfen dabei Extremismus zu vermindern, geben jungen Menschen eine Zukunftschance, und die Integration wird auch gefördert. Vergessen wird Turboabi und helfen besser den Schülern dabei Dinge zu verstehen und etabliertes zu hinterfragen.

ACTA E-Petition Unbedingt mitzeichnen

Zitat aus dem Text

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen die Bundesregierung dazu aufzufordern, sich in der EU zur Offenlegung des aktuellen Standes der Verhandlungen zum Anti-Piraterieabkommen ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement) einzusetzen.
Begründung

Hierdurch soll eine öffentliche Debatte ermöglicht werden.

Deutschland gehört zu den fünf an den Verhandlungen beteiligten Staaten wegen denen eine Offenlegung bisher nicht erfolgte.

Seit 2007 wird das ACTA hinter verschlossenen Türen in aktuell bereits sieben Verhandlungsrunden ausgearbeitet. Beteiligt sind die Europäische Union, die USA, Japan und acht weitere Staaten.

Über den Inhalt des Abkommens ist in der Öffentlichkeit wenig gesichert bekannt, die spärlichen Informationen und bekannt gewordenen Dokumente lassen jedoch massive Grundrechtseinschränkungen erwarten. Organisationen und Initiativen wie Reporter ohne Grenzen, der AK Zensur, der Chaos Computer Club (CCC), die Free Software Foundation (FSF) und die Electronic Frontier Foundation (EFF) warnen vor der Verabschiedung.

Bislang bekannt gewordene Eckpunkte:

1. Internetfilter
Internetfilter öffnen Missbrauch Tür und Tor – ihre Verwendung kann schnell zur Zensur ausarten und Probleme werden nur ausgeblendet und nicht gelöst. Mit ACTA werden möglicherweise Filtermaßnamen eingeführt, die weit über das hierzulande äußerst umstrittene Zugangserschwernisgesetz hinaus gehen. Dies stellt einen tiefen Eingriff in die Meinungsfreiheit dar.

2. Internetsperren (“Three Strikes” Modell)
Der Rat der Europäischen Union hat den Zugang zum Internet zurecht als Menschenrecht bezeichnet, eine Einschränkung ist dementsprechend äusserst kritisch zu betrachten. Internetsperren schneiden Menschen von ihren sozialen Kontakten ab und erschweren die Teilnahme am öffentlichen Leben erheblich, damit greifen sie tief in das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit ein.

3. Haftung der Provider für Inhalte und Aktionen der Nutzer nach chinesischem Vorbild
Neutrale Zugangs- und Hostingprovider sind die Grundlage des freien Internet, die Providerhaftung zwingt die Unternehmen aber zu präventiven Zensurmaßnahmen. Zum Selbstschutz gehen Unternehmen dann oft über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus und schränken so die Aktivitäten und Inhalte der Nutzer, und damit deren Recht auf Meinungsfreiheit, empfindlich ein.

4. Verbot der Umgehung von Internet-Sperrmaßnahmen und -Filtern.
Ein solches Verbot würde eine anonyme Bewegung im Internet auf legale Art unmöglich machen. Anonymität wiederum ist unabdingbar zur freien Meinungsäußerung, beispielsweise und vor allem auch in diktatorischen Staaten. Einem möglichen Diktator derart mächtige Werkzeuge zur Unterdrückung von Grundrechten zu geben ist unverantwortlich und widerspricht den Prinzipien unseres Grundgesetzes.

Der Mangel an Transparenz bei diesem Vertragswerk ist ebenso kritisch: So wird Wirtschaftsunternehmen unter Stillschweigevereinbarungen Einblick in den aktuellen Verhandlungsstand gewährt, dem Volk und dessen gewählten Vertretern wird dieser aber verwehrt. Unter solchen Bedingungen ist keine ausgewogene, öffentliche Debatte möglich, wie sie in Demokratien jedoch unabdingbar zur legitimen Entscheidungsfindung ist.

Um nicht den Eindruck zu erwecken, dass hier Maßnahmen mit Gesetzeswirkung am Volk vorbei entschieden werden muss der aktuellste Entwurf des ACTA der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Also Bitte mitzeichnen

Duisburgs Sparpläne: Niederrheinische Musik- und Kunstschule

Wie wir alle wissen, hat unser Stadtrat unter der Führung von Adolf Sauerland zwecks Haushaltssanierung die geniale Idee, unter anderem im Bereich Kultur und Bildung zu sparen.
In Folge dessen sind nicht nur zwölf Schulen von der Schließung bedroht, sondern auch an der Niederrheinischen Kunst- und Musikschule (NMKS) soll kräftig gespart werden.

Zu diesem Thema werden wir uns noch ausführlicher äußern, einstweilen aber ein kleines Leckerchen, dass mir heute von einem Leser / einer Leserin  zugesandt wurde.
Es listet auf, welche Art von Einschnitten wir am Beispiel der NMKS zu erwarten haben.

Für Unterricht braucht es Lehrer, richtig?
Die sind aber teuer. Teuer? Nun, sehen wir uns einmal folgendes Dokument an: Klick hier

Bereits ganz am Anfang findet sich ein wunderschönes Beispiel von beschönigendem Beamtendeutsch:
Soso, die “Unterrichtsverpflichtung” im Fachbereich Klavier soll um 10 Stunden reduziert werden, “da eine Stelle altersbedingt frei wird.”
Übersetzt in normales Deutsch bedeutet dieser Euphemismus nichts weiter als:
“Da geht jemand in den Ruhestand, super, das erspart es uns, sie zu feuern.
Einen Ersatz einzustellen, können wir uns da auch gleich sparen – Bei den paar Proleten(-kinder) im Pott, die tatsächlich noch sowas wie Klavier lernen wollen, reichen auch ein paar Stunden weniger noch locker aus.”
(“Ein paar Stunden” heißt hier satte 1200 Stück im Jahr)

Zugegeben, etwas spitz formuliert, aber es drängt sich hier schon der Eindruck auf, dass die CDU einfach nicht weiß, was sie will.
Einerseits wird regelmäßig gegen Killerspiele, Internet und anderen “Indoor-Aktivitäten” gehetzt (“Macht doch was vernünftiges, oder geht raus”, würde der Volksmund sagen), andererseits streicht man Geld für Kultur und Kulturangebote.
Und um wieviel Geld zu sparen? Jämmerliche 15.236 Euro jährlich in diesem Fall – Schon dieses mikrige Gehalt ist ein Skandal.

Akkordeon? Blockflöte? “Braucht doch keine Sau!”, dachte man sich wohl, als Seite 5 entworfen wurde. Einsparungen durch den Wegfall dieser beiden “Aufgabenbereichen” von immerhin 98.715 Euro wird aber den Steuerzahler sicher besänftigen…

Selbstverständlich sollen auch die Unterrichtsgebühren angehoben werden.
Damit der Bürger nicht gleich aufschreit, soll diese Erhöhung (insgesamt 30%) bis 2013 stufenweise erfolgen. Eine gute Analogie wäre die Geschichte vom Frosch im kochenden Wasser.

Aber dabei bleibt es selbstverständlich nicht, die Privatisierung soll schließlich schnell vorangetrieben werden, wie Seite 2 deutlich macht.
Und offenbar ist auch die Stiftung, die das “JeKi”-Projekt (“Jedem Kind ein Instrument”) betreibt und einen Teil der Personalkosten sowohl die Leihinstrumente finanziert – wenig verwunderlich – nicht wirklich angetan, denn explizit wird erwähnt, dass ” sowohl die vertraglichen
Bindungen mit der Stiftung “JeKi” als auch die Kündigungsmöglichkeiten der Nutzerverträge geprüft und berücksichtigt”
werden müssten”, was nichts anderes heißt als dass die Stiftung sich einen kompletten Ausstieg aus der NMKS überlegt.

Preisfrage: Um welche sagenhafte Summe würde die Privatisierung die Stadt entlasten?
Ca. 2,5 Millionen Euro.  Kein Kommentar.

Schöne neue Welt. Ob die Wähler das wirklich so gewollt haben?
Wie steht es mit IHNEN?

Danke für die sachdienlichen Hinweise!

Österreichs Hymne und das Urheberrecht

Die österreichische Sängerin Christina Stürmer muss mit einer Klage rechnen, weil sie die österreichische Hymne gesungen hat! Was sich anhört wie ein schlechter Scherz ist in Wirklichkeit der etwas dilettantische Versuch der österreichischen Regierung, den Text der eigenen Hymne der Emanzipationsbewegung anzupassen. Der Plan schien einfach: Man nehme eine international bekannte Sängerin und lasse sie eine Pop-Version der leicht umgetexten Hymne aufnehmen. Diese spiele man dann im Rahmen einer Bildungskampagne solange, bis sich keiner mehr daran erinnern kann, wie es einmal richtig hieß.
Das corpus delicti hierbei war diese Änderung: Anstatt “Heimat bist du großer Söhne” sang die 27-jährige “Heimat bist du großer Söhne und Töchter“. Ein Affront!

Und völlig ohne Ressentiments gegen die Emanzipation wird es da Zeit, dass man etwas gegen diese Entwürdigung des Erbes von Paula von Preradovic, der Dichterin der Hymne, unternimmt. Was fällt der österreichischen Bundesregierung auch ein, an der eigenen Hymne rumzupfuschen, nur weil diese vielleicht nicht mehr “zeitgemäß” ist. Immerhin geht es hier um die Interessen der Urheberin! Gut, die ist schon lange tot. Aber zumindest geht es um das Wohl ihrer Erben! Denn die müssen ja davon leben, dass bei jedem Fußballspiel tausende Fans ihre Hymne grölen. Und wer weiß, vielleicht kommt da auch bald jemand zum Kontrollieren, ob die alle richtig singen. So unwahrscheinlich ist das nicht, hat doch ein Rechtsanwalt nun sogar eine Unterlassungseklärung von Christina Stürmer und dem Unterrichtsministerium gefordert.

Man merke: Political correctnes hat da seine Grenzen, wo das Urheberrecht anfängt!

Warum haben wir so einen Skandal eigentlich nicht in Deutschland, fragt man sich da. Immerhit hat sich Sarah Connor schon mal öffentlich am “Lichte dieses Glanzes verbrüht”. Nun, das liegt daran, dass der Autor der Hymne, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, 1874 verstarb. Spätestens 70 Jahre nach dem Tod gehen dann die Urheberrechte an die Allgemeinheit über. Wie, da ist was auffällig? Ja, genau, das war 1944. Und ja, nur wenig später wurde unsere Hymne gekürzt auf die 3. Strophe des “Deutschlandliedes”. Was wäre wohl gewesen, wenn von Fallersleben 5 Jahre länger gelebt hätte? Wären Deutschlands Grenzen dann immer noch an Maas und Memel?

Gut, man könnte natürlich auch das Urheberrecht reformieren. Man könnte vielleicht mal darüber nachdenken, dass Nationalhymnen auch der Allgemeinheit “gehören” sollten. Aber dann wäre man ja Pirat.

Musik in Duisburg nur für Reiche?

Die Niederrheinische Musik- und Kunstschule (NMKS) soll wohl privatisiert werden. Zumindest sieht dies das Haushaltssicherungskonzept 2010 vor, das dem Rat zur Verabschiedung vorgelegt wird. Demnach soll die Stadt bis 2013 einen Abnehmer finden und ihren jährlichen Zuschuss von knapp 3 Mio. € auf 400.000 € reduzieren.
Uns Piraten erreichte diese Nachricht mitten auf einem Infostand für die Unterschriftenaktion zum Erhalt der NMKS. Doch anstatt, dass die informierten Bürger sagten “seht mal, die NMKS wird überleben” wollten sie nun erst recht unterschreiben! Denn die Privatisierung der NMKS bedeutet de facto das Aus für bezahlbaren Instrumental- und Gesangsunterricht in Duisburg. Die eingesparten 2,5 Mio. werden die künftigen Investoren nämlich auf anderem Wege wieder einholen – durch eine starke Erhöhung der Gebühren. In was für einer Stadt soll man denn dann leben, in der nur die Reichen ihre Kinder auf die Musikschule schicken können? Gerade die Möglichkeit, auch Kinder aus finanziell ärmeren Verhältnissen an die Musik heranzuführen, teilweise auch als Form der Integration, war in den letzten Jahren einer der Gründe für den Erfolg der Musikschule! Soll dies nun einer Art Elite-Musikschule weichen? Oder wird man das Angebot einengen? Werden dann Instrumente wie die Baglama wieder nur in der Türkei gespielt?
Wenn sich die Herren im Stadtrat das unter einer vernünftigen, integrationsfördernden Sparpolitik vorstellen, dann sollten da ganz schnell Piraten rein! So engagiert die Rede von Oberbürgermeister Sauerland zur Verteidigung der Moschee in Marxloh gegenüber ProNRW war, so zeigen er und seine Ratsfreunde nun doch, dass den Parolen von gelungener Integrationspolitik keine Taten folgen! Nein, stattdessen hindert man Kinder aus finanziell schwächeren Familien daran, sich zu bilden und in die Gesellschaft einzufügen. Alleine dafür verdienen die Herren den Tor des Monats Januar!
Ja, es muss gespart werden. Es werden Schulen geschlossen, Schülerausstausche im Wert von 1240€ sind zu teuer – nur von Einsparungen beim “Spitzen-”Sport, wie dem MSV, war nicht viel zu sehen. Wie auch, immerhin ist Herr Sauerland ja ein Zebra! Und wer braucht schon ne Musikschule? “Schalalalalaaaaa” kann man auch ohne Violine grölen!

Die Investition in die Jugend und deren Bildung und Kultur ist eine Investition in den Standort Duisburg. Diese zu kürzen schadet der Stadt auf lange Sicht finanziell wie sozial mehr, als das Sparen jemals nützen wird! Wann werden die Herren im Rathaus das endlich einsehen?

Unterschriften sammeln gegen die Schließung der Musik- und Kunstschule

Wie nun schon seit einer ganzen Weile bekannt, muss die Stadt Duisburg dieses Jahr eine nicht gerade kleine Summe an Geldern einsparen, da einfach kein Geld mehr in den Kassen ist. Leider betreffen die Sparpläne der Stadt genau die falschen Stellen in Duisburg, wie zum Beispiel die niederrheinische Musik- und Kunstschule, welche nur noch einen Bruchteil der Gelder erhalten soll, sodass nun neben der geplanten Schließung der Schule noch in erwägung gezogen wurde, sie einfach zu privatisieren um kosten zu sparen.

Da weder eine Schließung, noch eine Privatisierung auf dauer eine gute Lösung dafür ist, fanden sich heute in der Duisburger Innenstadt auf der Königstraße die Piraten der Crew Pottpiraten zu einen Infostand zusammen, auf welchem sie kräftig Unterschriften gegen eine Schließung der Schule sammelten. Viele Bürger sahen in der geplanten Einsparung bei den Schulen einen ganz falschen Ansatz um Geld in die leeren Kassen zu bekommen.

Dennoch gab es auch Stimmen die sagten, die jungen Leute sollten auch mal „lernen zu verzichten“, aber es steht außer frage das Jemand, der jungen Menschen die Chancen auf gute Bildung nicht gönnt, auch nichts gutes für die zukünftigen Generationen über hat.

Abschließend war die Aktion dennoch ein Erfolg und hat sicherlich auch einigen Leuten die derzeit herrschenden Probleme aufgezeigt.

Die verlorene Jugend

Wir alle hören in letzter Zeit immer sehr viel darüber, wie schlecht es unseren Kommunen und unseren Staat an sich nun geht und das wir überall wo wir nur können an den „richtigen“ (*Hust-Hust*) Stellen doch Steuern einsparen müssen. So hört man zum Beispiel hier aus Duisburg das Gejammer, man müsse ja 150 Millionen Euro dieses Jahr einsparen und das ginge ja schon nicht mehr dadurch, dass man die Wassertemperatur in Schwimmbädern senkt oder diese ganz schließt.

Da unsere „Freunde“ von der CDU ja nicht bekannt dafür sind, große Fans der Kultur zu sein, nimmt man dann gerne mal Musikschulen und Andere so „überflüssige“ Kulturobjekte einfach von der Liste der Dinge, die noch Geld vom Staat bekommen sollen. Diese Rechnung kann leider nicht wirklich aufgehen, vorallem dann nicht, wenn die Sparpläne dann Einrichtungen betreffen die unserer Jugend gewidmet sind.

Seit einer Weile warnen unsere Politiker nun wieder vor sozialen Unruhen und davor, dass diese Unruhen vorallem durch Links-/ Rechtsextreme Gruppen motiviert werden. Natürlich ist dies ein ernstzunehmendes Problem und einige Politiker fragen sich deshalb: „Verdammt, was läuft da nur falsch ?“

Die Ursache ist eigentlich nicht schwer zu finden und liegt quasi den Politikern, die sich diese Fragen stellen, durchaus direkt vor der Nase…es sind die Einsparung an so vielen „richtigen“ Ecken weil uns die Steuergelder fehlen um Einrichtungen zu finanzieren, in welchen Jugendliche noch Beschäftigung finden.

Es sei dahingestellt, dass solche Jugendzentren teuer sind und das Problem nicht unbedingt neu ist, jedoch werden diese Einrichtungen nun doch traurigerweise immer öfter nicht gerade selten von Links-/ oder Rechtsextremen Gruppen übernommen, welche sich dann um unsere Jugend „kümmern“. Und genau da liegt nun die Wurzel des Übels, jede Möglichkeit für junge Leute sich vernünftig zu beschäftigen wird einfach nicht mehr finanziert und die Lücken dann von genau den falschen Fraktionen wieder besetzt.

Hierdurch verlieren wir ganze Generationen an die Extremisten und müssen uns nicht wundern, wenn sich so ein verwerfliches Gedankengut weiterhin in unserer Gesellschaft festsetzt, vorallem wenn es noch die jungen Leute verdirbt, welche diese Dinge dann auch an Andere weitergeben, die auch nicht die Möglichkeit hatten ein vernünftiges Jugendzentrum zu besuchen in dem man sich so um sie kümmert wie man es sollte.

Kultur ist ein wichtiges Gut, aber noch wichtiger ist die Jugend für ein Land und wer seine Jugend an die Falschen verliert weil er an den falschen Ecken spart, der wird von Kultur nicht mehr viel über haben wenn es ersteinmal zu spät ist.

Kein Sparkurs an den falschen Stellen, Kultur für die Jugend und Jugend für die Kultur.

Unterschiftenaktion

Ahoi liebe Kulturpiraten,

anscheinend plant der Stadtrat starke Einsparungen im Kultursektor, wie die WAZ weiß.

Was braucht es auch Kultur in der Kulturhauptstadt? Betroffen sind unter anderem die Niederrheinische Musik- und Kunstschule (NMKS), das Hundertmeister, die Philharmoniker und das Theater. Überall soll, auch dank des Schuldenerhöhungsgesetzes, ach nein, Wachstumsbeschleunigungsgesetzes, gespart werden.

Wozu Kultur im Pott, wo ja eh nur Assis leben? – scheinen sich da einige gedacht zu haben. Anders ist es nicht zu erklären, dass uns Duisburgern jetzt auch das letzte bisschen Würde genommen werden soll. Dabei sticht die NMKS besonders heraus, da dies eine Bildungseinrichtung ist. Es sieht fast danach aus, als würde mit dem JEKI-Projekt ein “Ersatz” zur Musikhochschule geschaffen – ein Ersatz, der auf tönernen Füßen steht, wo doch jetzt schon Unterrichtsausfall die Regel ist. Deshalb unterstützen wir eine Unterstützungsunterschriften-Aktion, die noch bis zum 25.01.2010 andauert und bitten alle, die dies lesen, mitzuzeichnen. Denn entschieden ist noch nichts! Wir können die NMKS noch retten!

Hier der Link